Betterplace und Vodafone

In Kürze startet die Aktion “Digital für Sozial”. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir erneut ein Interview (vom Dezember 2012) mit Dr. Mark Speich, der das Thema Nachhaltigkeit bei Vodafone Deutschland verantwortet. Er ist zugleich Geschäftsführer des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation, das in einer dreijährigen Kooperation mit betterplace.org eine mobile Plattform für das Ehrenamt entwickelt. In dem Interview gibt Dr. Speich Einblicke in die Ziele und Inhalte der Kooperation. Das Interview erschien ursprünglich im Blog von betterplace.org, als Teil einer ganzen Reihe zum Thema Ehrenamt und Zeitspenden. Wir danken betterplace.org, den Text hier erneut zu posten zu können.

betterplace.org: Seit April besteht eine Kooperation zwischen dem Vodafone Institut und betterplace.org? Wie kam es dazu?

 

Dr. Mark SpeichDr. Mark Speich: Mit der Vodafone Stiftung gibt es über den Ansatz Social Entrepreneurship bereits seit einiger Zeit den Kontakt zu betterplace.org. Schließlich ist betterplace.org ein gutes Beispiel dafür, wie mit unternehmerischer Herangehensweise gesellschaftlichen Herausforderungen begegnet werden kann. Und zur gleichen Zeit ist auch unser Marketing-Chef, Gregor Gründgens, auf betterplace.org aufmerksam geworden. Er hat eine mögliche Zusammenarbeit ganz wesentlich angestoßen, bei der Vodafone eine große Aufmerksamkeit für das Anliegen vonbetterplace.orgschaffen kann. Auf dieser Grundlage haben dann erste Gespräche zwischen Till Behnke und mir zu denkbaren Formen der Kooperation stattgefunden, das war im Herbst 2011. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Vodafone Institut gerade in Gründung. Seitdem haben das Institut und betterplace.org die Kooperation gemeinsam vorangebracht. Seit 1. April diesen Jahres gibt es nun eine gültige Kooperationsvereinbarung, die – zunächst – auf drei Jahre angelegt ist.

 

Was ist der Inhalt der Kooperation, und was sind die gemeinsamen Ziele?

betterplace.org kam mit der Idee auf uns zu, eine zentrale, mobile Plattform für das Ehrenamt zu bauen. Till Behnke und seinem Team war klar, dass in Zukunft der Zugang zum Internet über Smartphones und Tablets von enormer Bedeutung sein wird. Zudem wollten sie nach der erfolgreichen Etablierung von Online-Geldspenden über ihre Plattform nun auch das Thema Zeitspenden angehen. In der Kooperation bilden diese beiden ursprünglichen Anliegen noch immer den Kern. Es geht darum, die enormen Potentiale einer mobilen Gesellschaft für den sozialen Sektor zu erschließen. Es entsteht eine mobile Plattform, die als Infrastruktur von allen Organisationen genutzt werden kann, die sich sozial engagieren. Sie können darüber ganz neue Zielgruppen ansprechen – sowohl für ihre ehrenamtlichen Angebote als auch für ihre Spenden. Unser Ziel ist es, hier eine Infrastruktur zu etablieren, die von den Akteuren des sozialen Sektors genutzt wird – und die diesen Akteuren in ihrer alltäglichen Arbeit hilft.

Welche Rolle spielt das Vodafone Institut in der Kooperation?

Das Vodafone Institut nimmt hier die Rolle des „Ermöglichers“ ein – für Vodafone Deutschland. Wir ermöglichen betterplace.org die Entwicklung einer mobilen Plattform und den Ausbau des Themas Zeitspenden. Das bedeutet nicht, dass Vodafone oder das Institut Betreiber der entstehenden Plattform werden. Diese wird komplett bei betterplace.org bleiben, auch wenn wir nach drei Jahren die Kooperation nicht weiterführen würden. Es geht uns eben nicht um die Ermöglichung eines dreijährigen Projektes. Wir haben das Ziel, dem sozialen Sektor die passende Infrastruktur für seine Arbeit in einer Gesellschaft anzubieten, die zunehmend mobil und digital ist.

Woran arbeiten Sie im Rahmen der Kooperation derzeit?

Wir schauen uns die Anforderungen des sozialen Sektors mit Blick auf das Ehrenamt genau an und versuchen, eingehend zu analysieren, was tatsächlich benötigt wird. Dafür haben wir uns jetzt sogar mehr Zeit genommen als ursprünglich geplant. Wir hören zu und lernen. Für einige Akteure klingt unser Vorhaben derzeit vielleicht noch nach Zukunftsmusik oder nach Spielerei, die in den vorhandenen Strukturen nicht funktioniert. Diese Stimmen nehmen wir sehr ernst. Zugleich sind wir davon überzeugt, dass sich der soziale Sektor angesichts der Digitalisierung unserer Gesellschaft grundlegend verändern wird und sich diese Veränderungen auch darauf auswirken werden, wie Menschen sich in Zukunft engagieren. Die Plattform soll die Anlaufstelle für Organisationen und Zeitspender sein, die die Chancen der mobilen Gesellschaft nutzen wollen.

Welche konkrete Unterstützung leistet Vodafone?

Unser finanzieller Beitrag zur Realisation der Plattform ist eine der größten Investitionen in ein deutsches Sozialunternehmen. Darüber hinaus kann Vodafone bei seinen Kunden und Mitarbeitern Aufmerksamkeit für die Plattform generieren. Deshalb haben wir im Unternehmen auch früh den Kontakt zum Marketingbereich gesucht, wo man uns in der Kooperation zur Seite steht. Und wir werden auch das technische Know-how von Vodafone nutzen, um das Gesamtangebot von betterplace.org für die Nutzung auf mobilen Endgeräten zu optimieren. Das sind zusätzliche Beiträge zu unserem finanziellen Engagement, die wir gern leisten, um dieses gemeinsame Vorhaben zum Erfolg zu führen.

In einer ersten Pressemitteilung zu der Kooperation ist zu lesen: „Soziales Engagement trifft Web 2.0. Und die Gesellschaft gewinnt.“ Was ist hier genau gemeint?

Viele Menschen sind bereit, sich mit ihrer Zeit sozial zu engagieren. In einer mobilen Gesellschaft erwarten sie aber zunehmend, dass sie ihr soziales Engagement von unterwegs über ihr Smartphone steuern und organisieren können. Schließlich sind sie das auch von ihren Bankgeschäften und Online-Einkäufen gewohnt. Die partizipative Komponente des Web 2.0 wollen wir für das Ehrenamt stärken, indem wir mit der entstehenden Plattform auch neue Formen des Engagements in der Gesellschaft etablieren wollen. Hier geht es z. B. um das einmalige oder orts- und zeitungebundene Engagement – oder darum, kurzfristig Unterstützung für eine Initiative zu finden, die man selbst ins Netz stellt. Das werden wir natürlich nicht alles mit dem Start der Plattform erreichen, aber wir hoffen, schnell Fortschritte machen zu können.

Was ist das Vodafone Institut?

Das Vodafone Institut ist ein Think & Do Tank, der sich mit dem gesellschaftsverändernden Potential mobiler Technologien auseinandersetzt. Drei Themenbereiche stehen dabei im Mittelpunkt: die Teilhabe an Wissen, Wohlstand und an der Zivilgesellschaft mittels mobiler Technologien. In diesen Bereichen wird sich das Institut mit Forschungskooperationen, Studien und Veranstaltungen am Diskurs beteiligen. Darüber hinaus werden wir aber auch mit konkreten Anwendungen zeigen, wie mobile Technologien helfen, gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

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